Aus "Gesund durch Meditation": Das große Buch der Selbstheilung mit MBSR" von Jon Kabat-Zinn

 

Die »Autopilot«-Funktion unseres Geistes, unser automatischer Funktionsmodus, führt dazu, dass wir eine sehr wichtige Dimension unseres Lebens und Erlebens vernachlässigen: unseren eigenen Körper. So sind wir kaum mit ihm in Kontakt und unsensibel dafür, wie er auf Umwelteinflüsse reagiert oder welche Auswirkungen unsere Handlungen und selbst unsere Gedanken und Gefühle auf ihn haben. Nehmen wir diesen Zusammenhang nicht wahr, gerät unser Körper leicht aus der Balance, ohne dass wir uns der Ursachen bewusst sind.

Körperliche Symptome sind Botschaften, die uns unser Körper sendet, um uns mitzuteilen, wie es ihm geht und was er benötigt. Ist das Bewusstsein für den Körper gestört, kann uns sogar eine so einfache Sache wie Entspannung an unsere Grenzen bringen. Alltagsstress macht sich gern in Form von Verspannungen bemerkbar, die sich vor allem in den Muskelgruppen der Schultern, des Kiefers und der Stirn festsetzen. Um diese Verspannungen zu lösen, muss man sich zuerst einmal bewusst werden, dass sie vorhanden sind. Man muss sie spüren können. Der nächste Schritt ist, zu wissen, wie wir den automatischen Funktionsmodus verlassen können, um unseren Körper und unseren Geist wieder selbst in Besitz zu nehmen. Dazu gehört, dass wir die ganze Aufmerksamkeit unseres Geistes auf den Körper lenken, auf die Empfindungen in den Muskeln, und dorthin Impulse senden, um die Verspannungen abzubauen und aufzulösen. Das ist möglich, noch während sich Spannung in den Muskeln aufbaut, vorausgesetzt, man nimmt sie bewusst wahr. Man braucht also nicht zu warten, bis die Verspannung sich festgesetzt hat und chronisch geworden ist. Wer es so weit kommen lässt, hat unter Umständen schon vergessen, wie es sich anfühlt, völlig entspannt zu sein, und muss Entspannung möglicherweise völlig neu erlernen. Wenn wir seelisch oder körperlich leiden, meinen wir ganz selbstverständlich, das Problem sei mit einem Medikament zu beheben. Oft ist das ja auch der Fall. Dennoch ist unser eigenes Zutun bei jeder medikamentösen Therapie von grundlegender Bedeutung.

 

 

Aus "Buddha und die Wissenschaft vom Glück"

Ein tibetischer Meister zeigt, wie Meditation den Körper und das Bewusstsein verändert,

von Mingyur Rinpoche,

 

Umstände und Bedingungen verändern sich fortwährend, und der wahre Frieden liegt in der Fähigkeit, sich den Veränderungen anzupassen.

 

 

 

 

                            Yogas Chitta Vritti Nirodhah = Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken im Geist

                              Patanjali, Yoga Sutra 1.2