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Das, was ich einmal zu Online Yoga sagen möchte

Online Yoga – besser als sein Ruf und mehr als eine Alternative!

 

Bei mir begann es ganz nach dem Motto: „Man wächst mit seinen Aufgaben!“

 

Plötzlich mussten alle Kurse abgesagt werden. Wir durften uns nicht mehr sehen, ich konnte meine geliebten Yogakurse nicht mehr geben. Das war im März 2020.

 

Eigentlich bin ich der Videotechnik nicht sehr zugetan, hatte aber nur den Gedanken: „Wie können meine Yogaschüler weiter Yoga praktizieren – gerade jetzt!“ Und mit viel Energie und Unterstützung, auch von meinem Mann, modelte ich mein Yogazimmer um, indem ich es mit so einigen technischen Materialien ausstattete. Das hatte nun erst einmal nichts mehr mit „meinem“ Yogazimmer zu tun und ich fand es auch etwas befremdlich. Aber als ich dann das erste Mal online in glückliche Gesichter schauen durfte, bekam diese technische Ausrüstung immer mehr ihre Daseinsberechtigung. Mehr sogar, sie wurde ab diesem Moment mein Arbeitsmittel, um das, was mir so sehr am Herzen liegt, nämlich Yoga, zu unterrichten und weitermachen zu können.

 

Es stimmt, es ist etwas anderes, als gemeinsam in einer schönen Atmosphäre, in einem schönen Raum zu sein, ganz live und echt. Und hierfür gibt es auch keinen Ersatz. Ich kann nicht virtuell die physische Präsenz ersetzten. Und wenn ich das mit Online Yoga erreichen möchte, dann ist das schlicht nicht möglich.

 

Ich kann es jedoch als eine neue Möglichkeit und neue Form sehen, um Yoga zu praktizieren und zu unterrichten. Ich kann es auch als Chance nutzen, um mit Menschen zu praktizieren, mit denen ich sonst nicht die Möglichkeit dazu hätte, weil sie z. B. zu weit entfernt leben. Ich kann sogar, wenn ich in Urlaub bin, weiter an meinem Kurs teilnehmen. Ich kann mir schlichtweg überall, wo ich bin, den Raum schaffen, um mit anderen zu praktizieren. Ich kann, auch als Yogalehrerin, Angebote wahrnehmen, die ich sonst nicht hätte wahrnehmen können, weil sie entweder zu weit weg angeboten werden oder zu kostenintensiv wären (Übernachtung/Verpflegung). Ich kann mit Menschen praktizieren, die am anderen Ende der Welt leben und vielleicht Lehrer sind, die ich sonst gar nicht kennengelernt hätte. 

 

Es gibt, meiner Meinung nach, so viele neue Chancen, wenn ich mich ihnen öffnen möchte. Und vor allem freue ich mich immer noch am meisten darüber, dass ich auf diesem Weg zu vielen meiner Schüler weiterhin engen Kontakt habe – ihre Sorgen und Zweifel, aber auch ihre Freude und ihr Glück mit ihnen teilen kann!

 

Wir sind weiterhin eine Gruppe, können uns austauschen, uns sehen und vor allem gemeinsam praktizieren! Das ist uns, die wir uns für Online Yoga geöffnet haben, sehr, sehr wichtig!

 

Schaffe dir zu Hause, oder wo auch immer du bist, deinen Yoga-Raum, schenke dir weiterhin diese kostbare Zeit, um Körper, Geist und Seele zu verbinden. Vielleicht eben auch online. Gerade hier. Gerade jetzt.

 

Deine Kerstin

 


 

 

 

 

                            Yogas Chitta Vritti Nirodhah = Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken im Geist

                              Patanjali, Yoga Sutra 1.2